Waldweible und Wurzelsepp

Wie die Lauratalgeister lassen sich auch die Waldweible auf eine lokale Sage zurückführen. In der Sage tritt sie als Beschützerin des großen Altdorfer Waldes auf. Sie verhindert Holzdiebstähle und verjagt Wilddiebe aus dem Wald.
„Dem Holzmacher, der in der Früh vor dem Gebetläuten Bäume umhauen will, bricht sie den Axtstiel oder sie macht ihm die Axt schartig. Dem Holzdieb sitzt sie auf die Bürde des Rückens oder auf die Last des Wagens, dass er nicht fortkommen kann, wenn er nicht das Gestohlene an seinem Platz lässt. Dem Wilddieb springt sie mit feurigen Augen und feurigem Rachen entgegen, dass er Gewehr und Wild vergisst…“

Es handelt sich jedoch um keine Hexenfigur, sondern um eine wunderliche Waldfrau, die ihre Kräfte zum Wohle von Natur und Mensch einsetzt. Als die Fasnet nach dem 2. Weltkrieg wieder zu neuem Leben erwachte, tauchten 1949 erstmals Waldweible als frei kostümierte Gruppe im sonntäglichen Narrensprung auf. Wenige Jahre später (1956) wurden die Waldweible neu gestaltet und Holzmasken ersetzten die Bergamasker Larven.

Seither tragen sie einen mit Motiven aus dem Altdorfer Wald bemalten Leinenrock, ein grünes Oberteil in Miederform nebst braunem Umschlagtuch sowie eine Haube mit Fuchsschwanz. Ein mit Tannenzapfen und Reisig dekorierten Korb, sowie ein Stock mit einem ausgestopften Tier ergänzen das Erscheinungsbild dieser Narrenfigur.

Der Wurzelsepp wurde als männliches Gegenstück zum Waldweible geschaffen. Anfänglich war es nur ein Burschenhäs ohne Maske, doch seit 1963 ist der Wurzelsepp auch mit einer Holzlarve und einer kunstvoll bemalten Jacke ausgestattet. Er trägt ebenfalls einen großen Korb sowie einen knorrigen Wurzelstock.
Auf dem Rücken trägt er einen Kräze, die mit zahlreichen Utensilien aus dem Wald dekoriert ist.