Der Schlösslenarr ist eine der jüngsten Weingärtler Narrenfiguren und entstand 1975. Sie geht zurück auf den Landrichter der Landvogtei Schwaben noch aus der vorderösterreichischen Zeit Altdorfs. Dieser hatte seinen Sitz im so genannten „Schlössle“ in der Scherzachstrasse, einem stattlichen Gebäude im Renaissancestil aus dem 16. Jahrhundert. Heute befindet sich darin das Weingärtler Stadtmuseum.
Beim Schlösslenarren handelt es sich um eine Weissnarrengestalt, dessen lindgrünes Narrenkleid mit verschiedenen Motiven aus dem Barockgarten aufwändig von Hand bestickt ist. Seine Holzmaske zeigt nach dem Vorbild der ältesten noch existierenden Drahtgazemaske der Plätzlerzunft (19. Jhr.) ein freundliches Männergesicht mit Schnurr- und Kinnbart. Auf seiner Maskenhaube sitzt ein kleiner Zweispitz. Aufgrund seiner 4-6 schweren Gschellstränge ist die Gruppe der Schlösslenarren an der Fasnet nicht zu überhören. Als Zeichen seines närrischen Rügerechtes trägt er einen Säbel, der auch als Brezelstange Verwendung findet. Durch das großzügige Verteilen von Brezeln sind die Schlösslenarren bei den Kindern besonders beliebt.