Plätzler

Das Bild der Weingärtler Fasnet ist geprägt von den Plätzlern. Hierbei lassen sich drei verschiedene Formen unterscheiden, die alle zwischen 1930 und 1936 vom damaligen Zunftmeister Dr. Fritz Mattes ihr heutiges Aussehen bekamen. Im 19. Jahrhundert war der Plätzler noch eine „dunkle, mausgraue Gestalt“ mit Drahtmaske und langer Fastnachtsgeißel, bevor dann, nach dem Vorbild der Weingärtler Stadtfarben, die rot-weißen, roten und weißen Plätzler entstanden sind.

Während die rot-weißen Plätzler nur von Männern getragen werden, können unter roten wie weißen Plätzlern beiderlei Geschlechter stecken.

Ein Plätzlerhäs besteht aus Kittel und Hose, die je nach Typ mit 5000 bis 7000 entsprechend gefärbten Filzfleckchen in Dachziegelform bedeckt sind.

In der Taille trägt der Plätzler einen in Smyrnatechnik geknüpften breiten Gürtel mit jeweils individuellen Motiven. Während die rot-weißen Plätzler Gürtel mit ornamentalen Mustern aufweisen, dominieren bei den roten und weißen Plätzlern figürliche und florale Darstellungen.

Seit dem Landschaftstreffen 2006 ist der bunt befleckte „Urbletzler“ mit Drahtgazemaske und Ledergeißel wieder zum Leben erweckt, der nur von Männern getragen werden darf. Auf diese Weise lässt sich die Entwicklungs­geschichte des Weingärtler Plätzlers auch im Narrensprung gut verfolgen.

Heute tragen alle Plätzler mit Ausnahme des „Urbletzlers“ und der Rösslereiter eine Holzmaske. Rote und weiße Plätzler tragen außerdem ein Geschell aus Silberbronze und vereinzelt einen  Sonnenschirm. Während die roten Plätzler die Narrenwurst als närrisches Neckinstrument mit sich führen, schnellen die rot-weißen Plätzler mit ihrer Karbatsche oder erfreuen die Zuschauer mit ihren Saublotern.